Käser aus Leidenschaft - Beat Meier

Nach der Volksschule machte ich die Ausbildung zum Landwirt. Während der Rekrutenschule machte ich mir Gedanken über meine weitere Zukunft. Ich entschloss mich nach einem Aufenthalt in Israel noch eine Lehre als Käser zu machen.

 

Die Viehzucht war mein Lieblingsgebiet und mich interessierte immer zu wissen, was man mit dem Rohstoff Milch alles machen kann. Während drei Alpsommern konnte ich mein Erlerntes in die Tat umsetzen und dabeiviele Erfahrungen sammeln. Selber Entscheidungen treffen und Improvisationskünste waren angesagt. Begleitet wurde ich jeweils von einem Bruder (ich habe fünf Brüder und eine Schwester).

Die Liebe zum Beruf bekam ich von unserem Vater. Er bewirtschaftete einen grossen Pachtbetrieb (37 ha) in Geltwil, den wir im Frühjahr 1994 infolge Kündigung verlassen mussten. Mein Vater und ich hatten eine Arbeitsaufteilung, da mein Vater noch einen grösseren Schweinzuchtstall gemietet hatte, der aber Ende 1993 stillgelegt wurde. Ich widmete mich mehr dem Viehstall und dem Ackerbau. Nur zu gerne hätte ich auf diesem „normalen Betrieb“ weiter gemacht und manches wäre wohl nicht mehr so normal gewesen wie vorher. – Eine Umstellung zum Biobetrieb und Ideen für neue Betriebszweige waren in meinem Kopf und eines war mir immer wichtig: „Natur pur“ auf dem Hof zu haben.

Meine damalige freie Zeit vom elterlichen Betrieb habe ich in der kirchlichen Jugendarbeit und meinem Hobby, der Blasmusik, gewidmet.

 

Im Frühjahr 1994 verabschiedete ich mich mit dem Fahrrad aus der Schweiz Richtung Kanada (Besuch meines Bruders mit Familie, Auswanderung nicht ausgeschlossen). Doch ich lernte während neun Monaten Land, Leute und auch die Sorgen kennen. Ich entschloss mich in die Schweiz zurückzukehren und bekam dort bald eine neue Chance durch die Anstellung auf einem grossen Biobetrieb (Werk- und Wohnheim Murimoos), der in der Umstellungsphase war. All diese Probleme mitzuerleben und mitzulösen war täglich eine neue Herausforderung. Bald habe ich gemerkt, ein Biobauer muss offen, fühlend, beobachtend und lernend sein.

Als stellvertretender Werkführer konnte ich immer wieder neue Erfahrungen machen. Auch die tägliche soziale Arbeit im Umgang mit den Heimbewohnern war sehr bereichernd.

 

In derselben Zeit lernte ich meine Frau Tamara kennen. Sie ist ausgebildete Religionspädagogin. Mit ihr habe ich vier Kinder.

 

Im Jahre 2000 haben wir uns entschlossen, zusammen mit der Familie Gmür ein eigenes Geschäft (Hauslieferdienst von Bioprodukten) zu gründen. Dieses Unterfangen haben wir aber Ende 2000 nach reiflicher Überlegung und aus verschiedenen Gründen wieder abgebrochen (der Hauslieferdienst wird von Familie Gmür erfolgreich weitergeführt).

 

Ab Januar 2001 teilten meine Frau (sie arbeitete in der Pfarrei Muri in einem Teilpensum) und ich die Hausarbeiten. Zu 50% war ich in der Käserei Sepp Brühlisauer in Künten in der Fabrikation und Spedition angestellt. Eine Arbeitsteilung dieser Art benötigte viel Absprache und Organisation.

 

Im Jahr 2002 bekamen wir die Chance als Familie einen weiteren Alpsommer zu verbringen.

 

Ab Mai 2003 - September 2008 haben wir die aufgegebe Emmentalerkäserei Muri selbstständig betrieben und stellten verschiedene Milchprodukte und Käsespezialitäten her. Meine Frau Tamara hat ebenfalls in der Käserei mitgearbeitet und hat zugleich die Büroarbeiten übernommen. Leider wurde uns der Mietvertrag gekündigt und ich musste um eine neue Arbeitsstelle besorgt sein.

 

Bis April 2013 arbeitete ich als Käser in der Dorfkäserei Hildisrieden bei Kurt Hofstetter. Dort wird einer der Könige der Käse hergestellt: SBRINZ.